6. Februar 2008

Skandalöses „Greenwashing“ Vattenfalls an Brandenburger Schulen

Der größte Klimasünder Brandenburgs will demnächst an öffentlichen Schulen über Klimaschutz informieren. Das Brandenburger Bildungsministerium gestattet das und stellt das gesamte Projekt sogar unter Schirmherrschaft. Für den BUND Brandenburg ist das ein Skandal.

Der Energiekonzern Vattenfall startet am Donnerstag das Projekt „Klimaakademie in der brandenburgischen Lausitz“. Unter der Schirmherrschaft von Bildungsminister Holger Rupprecht will der Energieriese in Brandenburg an 13 weiterführenden Schulen über Klimaschutz, Energieeffizienz und Energieeinsparung informieren.

Für den BUND Brandenburg ist das ein Skandal. Vattenfall ist in Brandenburg der größte CO2-Emittent. Seine beiden Lausitzer Braunkohlekraftwerke pusten jedes Jahr etwa 40 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Das sind nahezu zwei Drittel der gesamten Brandenburger CO2-Emissionen. Das Kraftwerk Jänschwalde gehört mit einem Wirkungsgrad von lediglich 33% zu den schmutzigsten in ganz Europa.

„Ein Energiekonzern, der mit seinen ungeheuren CO2-Mengen maßgeblich am weltweiten Klimawandel beteiligt ist, darf an öffentlichen Schulen dieses Projekt nicht organisieren. Hier stehen betriebswirtschaftliche Interessen eindeutig im Vordergrund. Das ist in etwa genauso als würden Mc Donalds und Coca Cola über gesunde Ernährung an unseren Schulen informieren. Das Bildungs-ministerium hat dafür zu sorgen, dass nicht Vattenfall sondern ein neutrales Institut für das Projekt verantwortlich ist,“ so Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg.

Der BUND Brandenburg fordert, dass sich sowohl Landesregierung als auch die beteiligten Schulen ihrer Verantwortung bewusst werden. Das Projekt „Klimaakademie in der brandenburgischen Lausitz“ ist nur sinnvoll wenn es von unabhängigen Energieinstitutionen durchgeführt wird.

„Schulen haben einen öffentlichen Bildungsauftrag und dürfen niemals zu Marionetten eines einseitig

agierenden Energiekonzerns degradiert werden,“ so Kruschat weiter.

Hintergrund

„Greenwashing“ gilt als neue Methode von Konzernen sich in der Öffentlichkeit „ein grünes Mäntelchen umzuhängen“. Dabei soll ein umweltfreundliches und verantwortungsvolles Image erzeugt werden. Vattenfall leidet seit Monaten unter massiven Kundenschwund und Imageverlust. Die Klimaakademie ist ein weiterer PR-Schachzug des Konzerns, um dem entgegenzuwirken.

Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E-Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 




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