BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


26. September 2007

Projektgruppe Brandenburgnetz 2020

Nicht Stillstand, schon gar nicht Rückbau, sondern Ausbau des Schienennetzes

in Brandenburg und Berlin, fordert die Projektgruppe Brandenburgnetz 2020.

Für diesen Paradigmenwechsel zu Gunsten eines qualitativen und quantitativen

Ausbaus gibt es gute Gründe.

• Mobilität sichern: Die Mobilität der Menschen, insbesondere die

Sicherstellung des Berufs- und Ausbildungsverkehrs sowie die Erreichbarkeit

der Kommunen auch in der Fläche des Landes, sind zentrale Aufgaben der

Daseinsvorsorge. Mehr als ein Viertel der sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten pendelt täglich, davon 160.000 nach Berlin. Mobilität ist eine

Grundvoraussetzung für die Existenzsicherung. Und für den Verbleib gerade in

den ländlichen Gebieten.

• Wirtschaft entwickeln: Wirtschaftliche Betätigung erfordert gut erreichbare

Standorte und leistungsfähige Wege für den Transport der Waren und

Dienstleistungen. Dabei kommt dem Gütertransport auf der Schiene eine

wachsende Bedeutung zu. Diese Entwicklung entspricht auch den

verkehrspolitischen Zielen von Bund und Land.

Zugleich werden die touristischen Verkehre für Brandenburg immer wichtiger.

Für Tagesausflügler, die überwiegend aus Berlin kommen, Kurzurlauber,

Tagungs- und Kurgäste bietet das Land vielfältige Ziele, die ohne

Gleisanschluss deutlich an Attraktivität verlieren.

• Klima schützen: Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist ein

klimafreundlicher Verkehrsträger. Kein anderes Massentransportmittel kann

eine vergleichbar positive Energiebilanz nachweisen. Deshalb gibt unser

Umgang mit dem SPNV auch Auskunft darüber, wie Ernst wir es mit dem

Klimaschutz meinen.

Die Potenziale sind da: Das Schienennetz und die Menschen und die Güter. Die

Erfahrung zeigt, dass sehr viel mehr Menschen und Unternehmen die Bahn

nutzen, wenn Infrastruktur und Verkehrsangebot stimmen. Deshalb müssen die

Potenziale Maßstab für die Bahnplanung der Zukunft sein und nicht die

aktuellen Fahrgastzahlen.

Die Projektgruppe

Die Kürzung der Regionalisierungsmittel im Jahr 2006 und die Erarbeitung des

brandenburgischen Landesnahverkehrsplans für die Jahre 2008 bis 2012 hatten

wir, verkehrspolitisch engagierte Fahrgäste aus Brandenburg und Berlin, zum

Anlass genommen, uns als Projektgruppe mit der mittelfristigen Perspektive

für den Bahnverkehr in den Ländern Brandenburg und Berlin zu befassen.

Ausgangspunkt war die gemeinsame Überzeugung, dass über den

Geltungszeitraum des brandenburgischen Landesnahverkehrsplans hinaus ein

Konzept gebraucht wird, welche Schieneninfrastruktur in Brandenburg und

Berlin langfristig vorgehalten werden soll.

Die Ideen und Entwürfe unsere Projektgruppe haben wir in drei

Werkstattgesprächen mit Fachleuten aus Politik, Verwaltung,

Verkehrsunternehmen sowie Verkehrs- und Umweltverbänden

diskutiert, darunter Vertretern von DB Regio, PEG/ODEG, NEB, VBB, den

Regionalen Planungsgemeinschaften und den Industrie- und Handelskammern

(IHK). Mit diesem Prozess wollten die Initiatoren nicht in Konkurrenz zur

Erarbeitung des Landesnahverkehrsplans treten, sondern im Gegenteil diese

Arbeit inhaltlich begleiten und ergänzen.

Im Ergebnis dieses Prozesses ist die Projektgruppe zu der Überzeugung gelangt,

dass mit dem brandenburgischen Landesnahverkehrsplan Chance und Verpflichtung

gleichermaßen gegeben sind, die Weichen in eine Zukunft zu stellen, in der

der Bahnverkehr landesplanerisch, verkehrlich und umweltpolitisch an

Bedeutung gewinnen wird. Deshalb bedarf es einer

Mittelfristplanung, die wir mit dem Brandenburgnetz 2020 skizziert haben.

Dabei haben wir immer auch das Land Berlin betrachtet, denn nur eine

länderübergreifende Planung wird den vielfältigen Beziehungen beider Länder

gerecht.

Zum Pressegespräch am 26. September 2007 in Potsdam im Alten Rathaus stellte

die Projektgruppe Brandenburgnetz 2020 ihre Arbeit erstmals der

Öffentlichkeit vor.

Kontakt Christfried Tschepe T: 030 / 88591441


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/49/artikel/projektgruppe-brandenburgnetz-2020/