13. Juni 2007

Klimapille CO2-Speicherung? Nur ein Placebo für Brandenburg!

Das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) will heute erstmalig medienwirksam CO2 in Ketzin unterirdisch einlagern. Mit der umstrittenen CCS-Technologie (Carbon Capture and Sequestration) soll die Braunkohle „sauberer“ werden. Der BUND sieht darin für Brandenburg keine Lösung und fordert den Ausstieg aus der Braunkohle.

Am Rande einer Tagung im GFZ in Potsdam wird heute im Beisein von zahlreichen Prominenten aus Wissenschaft und Politik medienwirksam Kohlendioxid bei Ketzin unterirdisch eingelagert. Mit Hilfe der Abtrennung und anschließenden Speicherung des klimaschädlichen CO2, welches bei der Verbrennung von Kohle entsteht, sollen die Braunkohlekraftwerke in Brandenburg klimafreundlich werden.

Die CCS-Technologie kann für Brandenburg keine Lösung sein. Bestehende Kraftwerke können nicht nachgerüstet werden und die Technik wird voraussichtlich nicht vor 2020 einsatzbereit sein. Bis heute ist ungeklärt, ob die kostenintensive Speicherung im Boden überhaupt funktioniert und betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Nach Berechnungen des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie lassen sich mit einer optimalen Abscheidungstechnologie maximal 70% der CO2-Emissionen eines Kraftwerkes isolieren. Der Aufwand würde mit 40-70 Euro je Tonne CO2 zu Buche schlagen. Infolgedessen würde sich der Strompreis um 50 bis 70% verteuern.

„Das grenzenlose Vertrauen der Landesregierung in eine nicht vorhandene Technologie ist naiv und äußerst gefährlich. Anstatt den Klimawandel offensiv anzugehen, spielt die Landesregierung auf Zeit. Die derzeitige Rezeptur kann nur heißen – Einstieg in den Ausstieg – die Abkehr von der klimaschädlichen Braunkohleverstromung ist alternativlos,“ so Burkhard Voß vom BUND Brandenburg.

Das CO2, welches in Ketzin eingelagert werden soll, wird kostspielig extra aus Leuna in Sachsen Anhalt herantransportiert. Schon seit 1964 wurde versuchsweise Gas bei Ketzin unterirdisch eingelagert. Durch austretendes giftiges Kohlenmonoxid musste 1967 das nahegelegene Dorf Knoblauch komplett evakuiert werden. Auch Kohlendioxid kann schon in Konzentrationen ab 5% in der Atemluft für den Menschen gefährlich werden. Ab 8% tritt nach 30-60 Minuten der Tod ein.

 

Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 




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