1. Juni 2006
Brandenburg erneut Spitze beim Anbau von genmanipuliertem Mais
Auch in diesem Jahr wird in Brandenburg genmanipulierter Mais wachsen, allerdings weniger als angemeldet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Landesverband Brandenburg begrüßte den Rückzug vieler Flächen und warnte gleichzeitig vor den negativen Folgen des Anbaus. Die Risiken seien unberechenbar, zudem bleibe der Gen-Mais ein Ladenhüter ohne Zukunft.
Fast 1000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche waren in ganz Brandenburg für den Anbau von gentechnisch verändertem Mais angemeldet. Wirklich ausgesät wurden 447 Hektar (ha). Öffentliche Proteste von Anwohnern, Landwirten und Verbänden hatten Erfolg, dennoch bleibt Brandenburg bundesweiter Spitzenreiter beim Anbau von Gen-Mais. Schwerpunkt des Anbaus ist, wie im vorigen Jahr, der Landkreis Märkisch-Oderland mit 189 ha Anbaufläche.
9 Landkreise bleiben gentechnikfrei: Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland, Brandenburg, Teltow-Fläming, Oberspreewald-Lausitz, Cottbus, Oder-Spree und Barnim.
"Wir gratulieren jedem Landwirt, der auf den Anbau von Genmais verzichtet, zu dieser weisen Entscheidung", so Burkhard Voß, Landesvorsitzender des BUND in Brandenburg. Schließlich seien die Wirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren beim Verzehr von Gen-Pflanzen immer noch ungeklärt. Selbst die Europäische Union äußerte kürzlich gravierende Bedenken gegen genmanipulierte Pflanzen. Negative Folgen für die Umwelt und Gesundheit der Verbraucher könnten nicht mehr ausgeschlossen werden, so das Fazit eines EU-Berichtes. Dieser enthält Argumente, die im Gentech-Streitfall vor der Welthandelsorganisation (WTO) vorgebracht wurden.
Zudem schade der Anbau von genmanipulierten Pflanzen der gesamten Region. Burkhard Voß: "Aktuelle Umfragen bestätigen: Der Großteil der Bevölkerung lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab! Jeder Landwirt sollte sich fragen, ob er Pflanzen anbauen möchte, die der Verbraucher gar nicht will oder ob es nicht viel sinnvoller ist, gezielt mit dem Siegel 'gentechnikfrei' zu werben."
Die meisten Landwirte hätten dies längst erkannt. Über 100.000 ha Mais würden in ganz Brandenburg angepflanzt, lediglich 447 ha davon seien gentechnisch veränderter Mais. "Die Gentechnikfreiheit ist ein Pfund mit dem sich wuchern lässt," betont Burkhard Voß. Bereits vier gentechnikfreie Regionen hätten sich im Land gebildet - Uckermark-Barnim, Märkisch-Oderland, Spreewald und Stechlin-Ruppiner Land. Rund 150 Landwirte mit fast 100.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche hätten sich damit zum gentechnikfreien Anbau verpflichtet.