5. April 2006

Keine Entwarnung für Brandenburgs Alleen

Potsdam, 05.04.2006:

Nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Brandenburg gehen die Alleenschutzbemühungen des Infrastrukturministeriums (siehe Pressemitteilung des MIR vom 4.4.06) in eine gefährlich falsche Richtung.

Besonders kritisch sieht der BUND Brandenburg das Vorhaben des MIR, den gesetzlichen Alleenschutz zu verändern. Laut Aussage von Verkehrsstaatssekretär Dellmann ist der Alleenerhalt Aufgabe der gesamten Landesregierung. Dem wird jedoch bereits durch den Schutz der Alleen im § 31 Brandenburger Naturschutzgesetz Rechnung getragen.

"Die Straßenbaubehörde darf aber nicht aus der Verantwortung für die Bäume in ihrem Zuständigkeitsbereich entlassen werden. Ersatz für gefällte Bäume muss per Gesetz immer der Baulastträger leisten - dies gilt für private wie für öffentliche Wege und Straßen", so Silke Friemel, Referentin für Alleenschutz des BUND Brandenburg. "Dass Staatssekretär Dellmann die Einrichtung eines Alleenfonds ablehnt - ein Modell, das im ebenfalls finanzschwachen Mecklenburg-Vorpommern sehr gut funktioniert - ist ein Zeichen dafür, dass es noch keinerlei Entwarnung für Brandenburgs Alleen gibt."

Das Vorhaben des Infrastrukturministeriums, künftig zur Finanzierung von Alleenpflanzungen verstärkt Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen heranzuziehen lehnt der BUND ab. Die Pflicht der Straßenbaubehörden, gefällte Bäume zu ersetzen, muss auch in einem überarbeiteten Alleen-Erlass weiterhin verankert sein. Nur dann werden die Alleen - Brandenburgs wichtiges Kulturlandschaftsgut - nachhaltig geschützt. Alle gesetzlichen Aufweichungen führen langfristig zum Verlust der Alleen.

Presse-Kontakt: Silke Friemel, Referentin für Alleenschutz, Tel.: 0331-237 00 142, E-Mail: bund.brandenburg@bund.net




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