BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


6. Dezember 2005

BUND: Biofleisch ist erste Wahl!

Biofleisch ist und bleibt erste Wahl, betont der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) mit Bezug auf die aktuelle Berichterstattung über lange Transportwege zwischen Bio-Bauernhöfen und geeigneten Schlachtstätten.

Der RBB hatte in einem Fernsehbericht kritisiert, dass Tiere aus Brandenburg hunderte von Kilometern und bis zu zwölf Stunden Fahrtzeit in andere Bundesländer zum Schlachten gefahren würden. Der Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, Dietmar Woidke (SPD), hatte sich dieser Kritik angeschlossen.

Dazu stellt der BUND klar: Grundsätzlich gelten für Tiere, die artgerecht auf Bio-Höfen groß gezogen wurden, besondere Transportrichtlinien. Sie dürfen in der Regel nicht weiter als 200 Kilometer oder länger als etwa vier Stunden bis zum Schlachthof transportiert werden. Darüber hinaus sind beim Verladen der Tiere besondere Regeln zu berücksichtigen. "Die zunehmende Massentierhaltung von zehntausenden Tieren in einzelnen konventionellen Landwirtschaftsbetrieben hat die Konzentration auf wenige Riesen-Schlachthöfe ermöglicht und dadurch das Transportproblem erst hervorgerufen" stellt Thomas Volpers, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Brandenburg, fest. "Darunter leiden vor allem die Bio-Landwirte, die höchstens einige hundert Tiere halten und damit für die großen Schlachtbetriebe uninteressant sind."

Seit Jahren vermisst der BUND Aktivitäten des zuständigen Ministeriums zur Förderung der regionalen Vermarktung Brandenburger Erzeugnisse, insbesondere von Bio-Produkten. Derartige Projekte gibt es bisher vor allem auf regionaler Ebene. Dagegen wurde durch die Landesregierung erst in diesem Jahr die Förderung der Bio-Landwirte mit EU-Geldern gestrichen, weil der Eigenanteil des Landes nicht in den Haushalt eingestellt wurden.

"Statt mit der Bio-Landwirtschaft einen der wenigen aufstrebenden Wirtschaftszweige in Brandenburg wirksam zu fördern, setzt Landwirtschaftsminister Dietmar Woidke offensichtlich immer noch auf die weitere Ansiedlung industrieller Tierhaltungsanlagen", kritisiert der Sprecher des BUND. "Vor diesem Hintergrund erscheint die öffentliche Kritik des Ministers unangebracht."

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/57/artikel/bund-biofleisch-ist-erste-wahl/