20. Oktober 2005

BUND warnt vor zunehmenden Mülltransporten

Seit dem 1. Juni 2005 darf kein Müll mehr ohne vorherige Behandlung auf Deponien gekippt werden. Eine sinnvolle Regelung, da so wirklich nur der Restmüll auf Deponien landet, der nicht anderweitig verwertet werden kann. Allerdings versäumte es die Landesregierung, rechtzeitig für genügend Vorbehandlungskapazitäten zu sorgen. Allein in Brandenburg fehlen Behandlungsanlagen für 145.000 Tonnen Müll. Größtes Problem ist die fehlende Anlage des Zweckverbandes Abfallbehandlung Nuthe-Spree in Niederlehme mit geplanten 135.000 Tonnen pro Jahr (Insolvenz der Betreiberfirma).

Diese prekäre Situation sorgt für immer längere Wege bei Mülltransporten. "Die Landkreise und privaten Entsorger müssen ihre Abfälle dahin bringen, wo freie Behandlungskapazitäten sind. Dabei werden Transportwege von bis zu 300 km in Kauf genommen!", so BUND Landesgeschäftsführer Axel Kruschat. Daneben sei im Moment ein enormer Preiskampf in der Entsorgungsbranche zu beobachten. Auch das sorge für lange Transportwege, schließlich sei der billigste Entsorger oft nicht der am nächsten liegende. Zudem würden die meisten Abfälle immer noch per Lkw transportiert, obwohl es moderne Anlagen gibt, um den Müll in Züge umzuladen.

Im Besonderen warnt der BUND davor, die Abfälle zu exportieren, um sie im Ausland bei geringeren Standards zu entsorgen. Nur bestimmter Müll darf exportiert werden, aber seit dem EU-Beitritt Polens würden Abfall-Transporte nicht mehr regelmäßig kontrolliert. Dies würde zunehmend für den illegalen Abfalltransport in das Nachbarland genutzt. Es bestehe die Gefahr, dass Müll einfach falsch deklariert werde, damit er billiger in Polen entsorgt werden könne. So seien bei einer Kontrolle (u.a. durch das Umweltbundesamt) im Juni, 11 von 200 kontrollierten Lkw mit illegalen Abfällen unterwegs gewesen.

In der jetzigen Situation fordert der BUND regelmäßige und strenge Kontrollen an den Grenzübergängen. Zudem müssten schnellstens die notwendigen Vorbehandlungsanlagen geschaffen werden, damit nicht weiter unnötige Transporte stattfinden. Die Müll-Lkw ruinierten die Straßen, verpesteten die Luft und sorgten für zusätzlichen Lärm. Der BUND fordert klarere Auflagen der Landesregierung bei der Transportlogistik: So könne der Bahntransport von Müll den Betreibern von Behandlungs- und Verwertungsanlagen ab einer bestimmten Größe zur Auflage gemacht werden.




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