13. Oktober 2005

Lacomaer Teichgebiet durch massive Baumaßnahmen bedroht!

Der BUND Landesverband Brandenburg teilt die Bedenken gegen die neu genehmigten Entwässerungsleitungen im Lacomaer Teichgebiet und unterstützt die Proteste der Grünen Liga und Robin Wood. Gleichzeitig fordert der BUND eindringlich ein Umdenken in der brandenburgischen Energiepolitik. Besonders vor dem Hintergrund, dass Jänschwalde zu den schmutzigsten Kraftwerken in ganz Europa gehört, sei ein Festhalten am Tagebau Cottbus-Nord unverantwortlich.

Die Lacomaer Teiche - gemeldetes FFH-Gebiet und Heimat für 170 Rote-Liste-Arten - sind das letzte Teilstück des Braunkohletagebaus Cottbus-Nord. Die endgültige Entscheidung über deren Zukunft steht jedoch noch aus - das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren läuft seit langem. So hat sich der Tagebau schon bis auf wenige hundert Meter dem Teichgebiet genähert. Zur nötigen Vorfeldentwässerung beantragte die Betreiberfirma Vattenfall den Bau von Entwässerungsanlagen im Teichgebiet. Und obwohl die Entscheidung über die Zukunft des Teichgebietes noch nicht gefallen ist, genehmigte das Landesumweltamt Ende September kurzerhand den Bau. "Unverantwortlich", meint Burkhard Voß, Landesvorsitzender des BUND. Schließlich würde durch derartige Leitungen die Teichlandschaft erheblich negativ beeinflusst. "Vor Abschluss des Planfeststellungsverfahrens sind solche Eingriffe ganz klar untersagt!", betont Voß. Und ein Abschluss des Planfeststellungsverfahren sei vor Ende des Jahres nicht zu erwarten.

Mit der Braunkohle, die Vattenfall im Lacomaer Teichgebiet abbaggern will und der Kohle aus zwei weiteren Tagebauen soll das Kraftwerk Jänschwalde versorgt werden - eines der schmutzigsten in ganz Europa. Die veralteten Anlagen blasen unter anderem viel zu viel hochgiftiges Quecksilber in die Luft. Der Wirkungsgrad des Kraftwerks ist mit rund 35% selbst für Braunkohleverhältnisse niedrig (in modernen Kraftwerken werden zwischen 40 und 45% erreicht). Die Stromerzeugung aus Braunkohle ist ineffizient und führt im Vergleich zu anderen Energieträgern zum höchsten CO2 Ausstoß.

Warum, so fragt der BUND, wird immer noch in diese veraltete Technik investiert? Auch das von Vattenfall angeführte Argument Arbeitsplätze entpuppe sich bei genauerem Hinsehen als Seifenblase. "Die Zahl der Arbeitsplätze im Braunkohletagebau wird weiter sinken - ob Lacoma abgebaggert wird oder nicht! Lediglich für 7 zusätzliche Jahre könnten die Arbeitsplätze bei einer Weiterführung des Tagebaus durch das geschützte Gebiet (bei gleicher Auslastung wie in der letzten Dekade) erhalten werden", betont Burkhard Voß. Die Tage der Braunkohle seien gezählt, eine grundlegende Wende in der Energiepolitik Brandenburgs unabdingbar.

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