20. September 2005
Alleen: Land muss rechtswidrige Praxis stoppen!
ie Delegiertenversammlung des BUND Brandenburg positioniert sich zum Alleenschutz
Auf ihrer Jahresversammlung am 17.09.05 haben die Delegierten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Brandenburg eine deutliche Position zum Alleenschutz verabschiedet. Kernpunkt ist die Aufforderung an die Landesregierung, die bestehenden Gesetze und Erlasse endlich umzusetzen, um das schleichende Verschwinden der Alleen zu stoppen.
Die Beschlusspunkte im Einzelnen:
1. Der BUND Brandenburg fordert die Landesregierung auf, ihrer Nachpflanzverpflichtung gemäß der den Alleenschutz betreffenden Gesetze und Erlasse in vollem Umfang nachzukommen. Das bestehende Nachpflanzdefizit (von über 6000 Bäumen) muss umgehend vollständig ausgeglichen werden. Generell sind Nachpflanzungen innerhalb zweier Pflanzperioden an gleicher Stelle wie die Fällungen vorzunehmen.
2. Alleebaumpflegearbeiten sind nur an qualifiziertes Fachpersonal zu vergeben. Für Mitarbeiter von Ämtern und Behörden sollen regelmäßige Schulungen verpflichtend sein, um weitere nachhaltige Schädigungen von Alleebäumen durch unsachgemäße Schnittmaßnahmen zu vermeiden.
3. Zur nachhaltigen Bestandssicherung soll ein Alleenfonds eingerichtet werden. Mit diesem Instrument können auch größere Alleeneuanlagen realisiert werden, die wiederum auch für den Tourismus von großer Bedeutung sind.
4. Bei Nach- und Neupflanzungen ist auf eine möglichst große, regionaltypische Auswahl der Alleebäume zu achten, damit die Biodiversität Brandenburgs erhalten bleibt.
5. Wegen der hohen Schadenswirkung ist der Tausalzeinsatz im Winter auf ein Minimum zu beschränken. Das bedeutet: Salzeinsatz so wenig wie möglich und nur in gefährlichen Kurven und auf Kreuzungen. Auf wenig befahrenen Alleen ist der "weiße Winterdienst" anzuwenden. Radwege an Bundes- und Landesstraßen sollen nicht mit Salz behandelt werden.