25. August 2005
BUND: Hochwasserschutz in Brandenburg verbesserungswürdig!
Die aktuellen Hochwasserereignisse in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz liefern wieder einmal eindrucksvolle Bilder: reißende Flüsse lassen Häuser versinken, mutige Feuerwehrleute kämpfen sich durch überflutete Straßen, Schlammlawinen schneiden Ortschaften von der Außenwelt ab.
Nach der Oderflut 1997 und der Elbeflut 2002 ist Brandenburg diesmal verschont geblieben. Doch aufatmen kann das Land Brandenburg nicht: Bisher ist viel zu wenig für den nachhaltigen Hochwasserschutz getan worden. Als ,mangelhaft" kritisiert Winfried Lücking, Gewässerreferent des BUND-Flussbüros, die Umsetzungen der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Oder. ,Nach dem Hochwasser vor 8 Jahren sollten 6.000 Hektar Retentionsfläche an der Oder geschaffen werden. Entstanden ist bisher kein Einziger. Statt dessen wird auf reinen technischen Hochwasserschutz gesetzt, in dem Deiche erneuert und saniert werden." Dennoch rühmt sich Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) mit der Ankündigung, dass jetzt 1.600 Hektar Überflutungsfläche in der Neuzeller Niederung entstehen sollen.
Die positiven Entwicklungen an der Elbe in Brandenburg begrüßt der BUND. Dennoch reichen die Deichrückverlegungen bei Lenzen und Rühstädt langfristig nicht aus. ,Heute würden die Wassermassen, die bei der Flut 2002 auftraten, viel größere Schäden verursachen", so Ernst Paul Dörfler vom BUND Elbeprojekt. Die stabileren Deiche würden nicht brechen, sondern der Fluss in weiten Abschnitten einfach überlaufen und viel größere Überschwemmungen nach sich ziehen.
So fordert der BUND eine konsequente Umsetzung des im Frühjahr verabschiedeten Hochwasserschutzgesetzes. Es müsse alles getan werden, um die natürlichen Auen wiederherzustellen und dem Fluss durch weiträumige Deichrückverlegungen mehr Raum zu geben. Nur so verlangsamen sich Flutwellen und die Hochwasser-Auswirkungen seien weniger dramatisch. Daneben müsse der enorme Flächenverbrauch reduziert und die Intensivlandwirtschaft in den potentiellen Überschwemmungsgebieten aufgegeben werden.