16. September 2005
BUND warnt: Müllnotstand in Berlin und Brandenburg droht!
Der Brand auf der Mülldeponie in Bernau hat das Abfallproblem ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, welches die beiden Länderregierungen seit Jahren ignorieren. Die BUND Landesverbände Berlin und Brandenburg warnen vor einem drohenden Müllnotstand, sollte nicht bald eine dauerhafte Lösung gefunden werden. In einem offenen Brief forderten die Verbände Klärung von Umweltminister Woidke.
Seit dem 1.Juni 2005 darf kein Müll mehr ohne vorherige Behandlung auf Deponien gekippt werden. Der überwiegende Teil der Abfälle soll durch eine mechanisch-biologische Behandlung (MBA) aufbereitet werden. Allerdings fehlen die entsprechenden Behandlungsanlagen, in Brandenburg für rund 150.000 Tonnen Müll.
Besonders problematisch ist die Situation beim Gewerbemüll. "Die Gewerbeabfälle werden seit Jahren in der Entsorgungsplanung vernachlässigt", kritisiert Andreas Jarfe, Geschäftsführer des BUND Berlin. Durch die neue Regelung entstehen und wachsen seit Juni Zwischenlager, deren Entsorgung nicht in Sicht ist. "Diese z.T. illegalen Lager, die oft ohne jeden Emissions- oder Brandschutz angelegt werden, gefährden die Anwohner und führen im Brandfall zu massiven Schadstoffbelastungen für Mensch und Umwelt", betont Jarfe. Das habe der Brand in Bernau gezeigt.
"Die Landesregierung hat geschlafen und es versäumt, rechtzeitig ausreichende Behandlungskapazitäten zur Verfügung zu stellen", kritisiert Burkhard Voß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg. Schließlich sei die neue Abfallregelung nicht über Nacht entstanden. "Im Fall Bernau hätten die Behörden viel früher und entschiedener handeln müssen, bevor sich weiter riesige Mengen Müll ansammeln. Wird nun nicht bald eine Lösung gefunden, könnte es sein, dass wir nicht den letzten Deponiebrand erlebt haben", so Voß.
Die Zwischenlager müssten zeitnah abgebaut, die Abfälle ordnungsgemäß behandelt und anschließend umweltverträglich verwertet werden, fordert der BUND und erwartet in einem offenen Brief Antworten von Minister Woidke zum weiteren Vorgehen seitens des Ministeriums.