1. Juli 2005

Offener Brief von Angelika Zahrnt an Ministerpräsident Platzeck:Lacoma-Zerstörung verhindern!

Heute sollen die letzten Häuser des Lacoma e.V. geräumt werden. In einem offenen Brief fordert die Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Angelika Zahrnt, Ministerpräsident Matthias Platzeck auf, die Zerstörung Lacomas und seiner Teichlandschaft zu verhindern. Dabei gehe es nicht nur um ein paar Häuser, sondern um eine grundlegende Wende in der Energiepolitik Brandenburgs.

Das Land Brandenburg setzt weiterhin auf die Energiegewinnung durch Braunkohle. Dafür soll das Dorf Lacoma und mit ihm die rund 300 Hektar große Teichlandschaft - Heimat für mehr als 170 bedrohte Tier- und Pflanzenarten und seit 2003 als FFH-Schutzgebiet gemeldet - verschwinden.

Angelika Zahrnt: "Die Stromerzeugung aus Braunkohle ist ineffizient und führt im Vergleich mit anderen Energieträgern zum höchsten CO2 Ausstoß. Der Weiterbetrieb der Kohleverstromung führt so zu einer weiteren Belastung des Klimas und damit zu Problemen und Folgekosten, die nicht verantwortbar sind. Insofern ist der Protest der Bewohner Lacomas eine der verantwortungsvollsten und unterstützenswertesten Initiativen aus Brandenburg."

Zudem führe der Tagebau zu Wassermangel und hohen Folgekosten für die Kommunen und das Land Brandenburg, die sich mit der Vernichtung des Lacomaer Teichgebietes noch verschärfen würden. Angelika Zahrnt: "Die Kosten werden nicht von Vattenfall, dem Betreiber des Kraftwerks getragen, sondern auf die Allgemeinheit überwälzt. Die Wertschöpfung in der Braunkohleindustrie wird durch die Folgekosten mehr als übertroffen." Auch die Zahl der Arbeitsplätze im Braunkohletagebau habe sich in den letzten Jahren stetig verringert. Ganz im Gegensatz zum Bereich der erneuerbaren Energien.

Deshalb solle Ministerpräsident Platzeck den Planfeststellungsbeschluss zur Abbaggerung Lacomas verhindern, fordert Angelika Zahrnt im offenen Brief.




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