27. April 2005

Erste Erfolge für A 14-Gegner

BUND prüft "Null-Plus-Lösung" der Autobahnplaner / Teilausbau der A 189 und Ortsumfahrungen bleibt weiterhin Forderung der A 14 Gegner

Magdeburg, 27.04.05: Im Streit um die geplante A 14 haben die Gegner des Bauvorhabens einen wichtigen Erfolg errungen. Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mitteilte, wurden die umstrittenen Unterlagen zur sogenannten "Null-Plus-Lösung" dem BUND jetzt übergeben. In den Verkehrsministerien der drei Bundesländer, insbesondere in Sachsen-Anhalt, hatten sich die zuständigen Stellen bisher geweigert, diese Unterlagen den Umweltschützern zur Verfügung zu stellen.

In dem Gutachten zur sogenannten "Null-Plus-Lösung" sollte untersucht werden, ob es eine machbare Alternative zur A 14 gibt. Diese Alternativenprüfung, die einen möglichen Ausbau des vorhandenen Straßennetzes untersuchen soll, ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, wurde aber von den A 14 Planern bisher unzureichend und einseitig untersucht. Untersucht wurde lediglich, wie die vorhandenen Bundesstraßen B 189 und B 5 zu einer Autobahn ausgebaut werden können. Dies reicht nach Ansicht des BUND nicht aus, um dem Anspruch einer "Null-Plus-Lösung" gerecht zu werden. Eine solche A 14 Trasse auf den vorhandenen Bundesstraßen würde damit gewissermaßen hautnah an den Ortschaften vorbeiführen und ist weder ökonomisch, noch ökologisch sinnvoll und schon gar nicht sozialverträglich.

Ein halbes Jahr lang hatten sich die A 14-Planer geweigert, diese Unterlagen dem BUND zur Verfügung zu stellen. Erst jetzt, nachdem dieser mehrfach auf die gesetzlichen Grundlagen verwiesen hatte, hatten die Planer ein Einsehen. "Offenbar haben die Planer bereits hier bewusst gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen und wollten sich diesen nur widerwillig beugen", erklärte Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen-Anhalt. "Wir vermuten, dass die Planer auch über andere gesetzliche Auflagen nicht informiert sind oder diese bewusst ignorieren".

Denn die A 14 ist von der Bundesregierung im Bundesverkehrswegeplan als "ökologisch besonders problematisch" eingestuft. Mögliche Alternativen zur Autobahn müssen daher besonders sorgfältig geprüft werden. "Davon kann bisher keine Rede sein", so Wilfried Treutler vom BUND Brandenburg. Die Null-Plus-Lösung der Planer - die Bundesstraßen zur Autobahn umbauen zu wollen - könne man nur als irrwitziges und absurdes Vorhaben bezeichnen, nicht aber als eine Alternative zur A 14. Der BUND will dieses Gutachten durch einen Sachverständigen prüfen lassen und damit nachweisen, dass diese "Alternativenprüfung" fehlerhaft ist und keine Grundlage für die gesamte Planung sein kann.

Die geplante A 14 durchquert 14 NATURA-2000-Gebiete, 12 FFH-Vorschlagsgebiete und zwei Vogelschutzgebiete - alles Naturräume, die nach EU-Recht besonders streng geschützt sind. Die Vogelschutzgebiete gehören zu den schwersten Hindernissen überhaupt, die einer Autobahnplanung im Weg stehen können.

Rückfragen bitte an: BUND Sachsen-Anhalt, 0391 - 54 333 61 od. 0172 - 38 72 077

 




Ihre Spende hilft.

Suche