BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


19. Mai 2005

Illegale Baumfällungen in Potsdam

BUND stellt zwei Monate nach Beginn der Vegetationszeit Baumfällungen in der Nedlitzer und der Virchow-Straße fest und erstattet Dienstaufsichtsbeschwerde beim Oberbürgermeister der Stadt Potsdam.

Nur in absoluten Notsituationen - "Gefahr im Verzug" - kann man in der Vegetationszeit Ausnahmegenehmigungen zum Fällen von Bäumen bekommen. Die Vegetationszeit beginnt am laut Naturschutzgesetz am 15. März.

Mitten im Mai wurde in der Nedlitzer Straße eine sehr alte und große Eiche gefällt. Die übriggebliebene Baumscheibe mit einem Durchmesser von über 1,5 Metern zeigt keinerlei Anzeichen von Krankheit. Gleiches passierte einen Tag zuvor mit einer prägenden großen Kastanie in der Virchow-Straße kurz vor der Einmündung der R.- Koch- Straße, welche in voller Blüte (mit belegtem Elsternest) gefällt wurde.

Burkhard Voß Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Vorsitzender des Naturschutzbeirates der Stadt Potsdam fordert vom Oberbürgermeister Jann Jakobs eine Klärung dieser offensichtlich illegalen Fällungen. "Es kann nicht sein, dass - wie die Fotos der Baumscheiben belegen - gesunde Bäume in der Vegetationszeit gefällt werden." So Burkhard Voss. "Wenn die Stadtverwaltung die Ausnahmegenehmigung für diese Fällungen erteilt hat, ist der Behörde ein großer Fehler unterlaufen, der nicht hinzunehmen ist."

Mitten in der Frühlingszeit ist es aus guten Gründen laut Naturschutzrecht verboten Bäume zu fällen. Diese Lebewesen, die uns nicht nur über den von ihnen produzierten Sauerstoff das Leben sichern, die uns mit ihrem Grün, mit Schatten und Rauschen erfreuen, sie haben in dieser Zeit die große Wachstumsphase und stehen voll im Saft. Zudem sind sie in dieser Zeit Lebensraum für viele brütende Vogelarten.


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/61/artikel/illegale-baumfaellungen-in-potsdam/