BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


7. Juni 2005

Noch keine Antwort der Verwaltung wegen illegaler Baumfällungen

Obwohl die Dienstaufsichtsbeschwerde des BUND schon vor drei Wochen eingereicht wurde, hat die Stadt Potsdam bisher nicht zur Beschwerde Stellung genommen. Indes nehmen die Beschwerden von Bürgern über Fällungen in der Vegetationszeit zu.

Die Baubeigeordnete Dr. Elke von Kuick-Frenz hat zwar in der Stadtverordnetensitzung vom 01.06.2005 mitgeteilt, dass die Fällungen in der Nedlitzer und in der Virchow Straße rechtmäßig und alle relevanten Fachbereiche der Verwaltung einbezogen waren, eine Mitteilung zur Dienstaufsichtsbeschwerde wurde dem BUND bisher jedoch nicht vorgelegt. So bleibt vorerst weiterhin unklar, ob tatsächlich akute Gefahren und wenn, welche von den allem Anschein nach gesunden Bäumen ausgingen.

Frau Dr.v. Kuick-Frenz begründete die Fällungen mit akuten Gefahren, welche angeblich von den Bäumen ausgegangen seien und deshalb eine Fällung in der Vegetationszeit erforderlich machten. "Mit dieser Praxis wird der Begriff der Gefahrenabwehr eindeutig überdehnt." So Burkhard Voß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg. "Die Verkehrssicherungspflicht darf nicht zu einem billigen Alibi für die Beseitigung von Bäumen in der Vegetationszeitverkommen."

Wenn durch Planungsmängel und Zeitverzug vorgesehene Fällungen nicht in der Winterzeit durchgeführt werden, kann es nicht sein, dass dies auf Kosten der Natur nachgeholt wird. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die untere Naturschutzbehörde diese Vorgehensweise gebilligt hat." So Burkhard Voß.

Am 24.05.05 wurden auch in der Kurzen Straße und am 26. Mai in der Wichgrafstr. in Potsdam augenscheinlich gesunde Bäume gefällt, ebenfalls vom Bereich Grün- und Verkehrsflächen.

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/61/artikel/noch-keine-antwort-der-verwaltung-wegen-illegaler-baumfaellungen/