21. Dezember 2004
Biber am Sacrow - Paretzer - Kanal nicht im Plan berücksichtigt
Naturschützer haben eine Biberburg am Sacrow-Paretzer-Kanal entdeckt. Darüber hinaus belegen vorhandene älter Biberschnitte, dass die Biberburg schon längere Zeit bestanden hat. In den Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren wird der Biber jedoch nicht berücksichtigt.
In den Roten Listen der Bundesrepublik bzw. Brandenburgs ist der Biber in die Kategorie "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Nach der Bundesartenschutzverordnung ist er streng geschützt. In der Flora-Fauna-Habitat (FFH-) Richtlinie gehört der Biber zu den Tierarten, deren Vorkommen bzw. Lebensräume im Rahmen des europäischen Netzes von Schutzgebieten Natura 2000 zu erhalten sind.
Trotz dieser Tatsachen wurde die Biberburg nicht im Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Sacrow-Paretzer-Kanals berücksichtigt. Dem BUND Landesverband liegen Fotos vor, die beweisen, dass die Biberburg schon länger existieren muss und somit den Planer bekannt sein müsste, wenn diese gründlich gearbeitet hätten.
"Einmal mehr zeigt sich, welche negativen Auswirkungen der Ausbau des Sacrow-Paretzer-Kanal und der Havel insgesamt haben würde." So Burkhard Voß, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Brandenburg. "Besonders beunruhigend ist dabei, dass die vom Gesetz vorgegebenen Normen von den Planungsbehörden nur unzureichend eingehalten werden."
Der BUND Brandenburg fordert die Bundesregierung dazu auf das Projekt 17 aufzugeben und die Planungen für den Havelausbau zu stoppen. Darüber hinaus muss die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost die Umweltverträglichkeitsprüfungen ernster nehmen und vor allem müssen jetzt die Fällmaßnahmen in der Umgebung eingestellt werden.