BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


7. Februar 2005

BUND: Gentechnik in Brandenburg bedroht Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft

Obwohl sich die Landesregierung und der Landwirtschaftsminister skeptisch zum Einsatz gentechnisch manipulierter Pflanzen äußerten, wird 2005 in Brandenburg die bundesweit größte Fläche mit Mais (MON 810) bepflanzt. Auskreuzung der Gen-Saat und die Gefährdung des Ökosystems sind weitgehend ungeklärt. Dadurch werden die benachbarten, ohne gentechnische Manipulationen arbeitenden Landwirte stark benachteiligt, da eine Verunreinigung ihres Saatgutes nicht ausgeschlossen werden kann.

Im Jahr 2005 sollen in der Bundesrepublik 1000 Hektar mit dem gentechnisch manipulierten Mais MON 810 bebaut werden. Der größte Teil davon - 494 Hektar - in Brandenburg. "Dies ist für die gentechnikfrei arbeitenden Brandenburger Landwirte eine deutliche Benachteiligung im Wettbewerb." So Burkhard Voß, Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Landesverband Brandenburg (BUND Brandenburg). Über 70 % der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab.

An 21 Standorten in Brandenburg soll der gentechnisch veränderte Mais angebaut werden. Die Gefahr der Auskreuzung und der Verunreinigung anderer Saat durch den MON 810 Mais steigt dadurch erheblich.

"Jetzt ist die Landesregierung gefragt." So Voß weiter. "Wenn es keine Wettbewerbsnachteile für die ohnehin schon angeschlagene Landwirtschaft in Brandenburg geben soll, muss der Agrarminister dafür sorgen, dass alle Vorkehrungen gegen die Auskreuzung getroffen werden." Insbesondere sollte die Landesregierung die benachbarten Bauern bei der Umsetzung ihrer Abwehrrechte unterstützen.

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/62/artikel/bund-gentechnik-in-brandenburg-bedroht-wettbewerbsfaehigkeit-der-landwirtschaft/