2. März 2005
Der Dobbrikower Weinberg:
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Brandenburg (BUND LV Brandenburg) fordert das Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz (MLUV) auf, das Schutzgebietsverfahren zum Abschluss zu bringen.
Ein Brief der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Teltow-Fläming an den Bürgermeister der Gemeinde Nuthe-Urstromtal der die seit 10 Jahren bestehende rechtliche Situation erläutert, sorgt nunmehr für Aufregung um ein im Verfahren befindliches Naturschutzgebiet. Gemäß Veränderungssperre ist es verboten, das einstweilig gesicherte Naturschutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten. Somit ist auch das Rodeln im Winter und Eiertrudeln zu Ostern nicht zulässig.
Der BUND Brandenburg fordert das MLUV auf, das Schutzgebietsverfahren, dass seit 1995 läuft, nunmehr zum Abschluss zu bringen. Das Rodeln im Winter und Eiertrudeln zu Ostern könnten in der Schutzgebietsverordnung als zulässige Handlung bestätigt werden, soweit dies im bisherigen Rahmen geschieht (,Bestandsschutz") und der Schutzzweck, der Erhalt des Trockenrasens, nicht beeinträchtigt wird. Um dies zu sichern sollten Verhaltensregeln vermittelt werden.
Wenig hilfreich sind hierbei die Äußerungen des Bürgermeisters, der die Bürger zur Übertretung des Ordnungsrechtes aufrief. Solche völlig unangemessene Aufgeregtheiten erschweren die Kompromissfindung erheblich. Zielführender wäre es gewesen, hätte sich der Bürgermeister dafür eingesetzt, dass das Ausweisungsverfahren endlich abgeschlossen wird.
Der BUND Brandenburg fordert die Ausweisung des gesamten 57 ha großen Geländes - die Dorbbrikower Wiesen und den Weinberg zu einem Naturschutzgebiet (NSG).
Hintergrundinformationen:
Der 72 Meter hohe Berg ist ein isolierter Endmoränenrest der letzten Eiszeit in der Luckenwalder Heide und ein nach der Flora Fauna Habitat Richtlinie der EU (FFH) geschütztes Gebiet. Viele Jahrhunderte wurde der südexponierte Berghang als Weinberg genutzt. Die Terrassierung ist noch erkennbar. Diese südseitigen Offenflächen mit den basenreichen Sand- und Kiesböden sind heute Heimat wärmeliebender Pflanzen. Eine der Besonderheiten ist das in Südwest-Brandenburg einzige Vorkommen der Goldhaaraster (Rote Liste).