6. Dezember 2004

Tausalz beschleunigt Alleensterben!

Die Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen sieht dem Winter mit großer Sorge entgegen, denn er birgt für die Alleen immer eine besondere Gefahr: Der Einsatz von Tausalz führt zu Verkrustungen des Erdreichs, zur Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes der Bäume und zu verringerter Nährstoffzufuhr. Die Folgen sind Blattrandverfärbungen, vorzeitiger Laubfall und damit kontinuierlicher Vitalitätsverlust der ohnehin stark belasteten Bäume.

Jedes Jahr werden in Brandenburg Tausende Tonnen Salz auf die Straßen gebracht", so Gisela Ziehm, Sprecherin der Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen. Allein im Bereich der Straßenmeisterei Bad Freienwalde beispielsweise stehen für 244 km 850 t Salz zur Verfügung, also ca. 3,5 kg pro Meter. In anderen Kreisen sieht es ähnlich aus.

Eine zusätzliche Gefahr droht den Alleen dadurch, dass auch feldseitig angelegte Radwege gesalzt werden - und das, obwohl viele davon im Winter kaum benutzt werden. ,Es muss das Ziel sein, die Verwendung von Tausalz auf ein absolutes Minimum zu begrenzen. Davon sind wir leider noch weit entfernt, mit allen Konsequenzen, die das für unsere Alleen hat", betont Gisela Ziehm.

Brandenburgs schöne Alleen sind jedoch nicht nur vom Tausalz bedroht: Allein von 2001-2003 wurden an Bundes- und Landesstraßen 12.335 Alleebäume gefällt, wobei es für 2889 Bäume keine Nachpflanzungen gab.

Es ist höchste Zeit, den touristischen und landschaftskulturellen Wert der Alleen nicht nur zu erkennen, sondern sie schonend zu behandeln und durch Nach- und Neupflanzungen das Kulturgut langfristig zu erhalten", so Gisela Ziehm.




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