27. Mai 2004
Das Kraftwerk Jänschwalde gefährdet Anwohner und Umwelt
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Brandenburg erhebt Einwendungen anlässlich der aktuellen Änderungsgenehmigung zur Verbrennung von aufbereitetem Hausmüll und fordert eine drastische Verringerung des zu erwartenden Schadstoffausstoßes.
Die Vattenfall Europe AG hat die Mitverwendung von sog. Sekundärbrennstoff (SBS) und einen damit verbundenen Umbau im Kraftwerk Jänschwalde in der Lausitz bei Cottbus beantragt. Als Sekundärrohstoff bezeichnet man den brennbaren trockenen Anteil von Haus- und Gewerbemüll zur Energiegewinnung.
Bereits im Herbst diesen Jahres sollen dort zwischen durchschnittlich 48 bis max. 80 Tonnen pro Stunde (entspricht ca. 400.000 - 640.000 Jahrestonnen!) SBS mitverbrannt werden. Hierfür ist bisher nur eine Entstaubung und Entschwefelung zur Abluftreinigung vorgesehen. Weitere Reinigungseinrichtungen wie sie moderne Müllverbrennungsanlagen haben (z.B. Entstickung und Aktivkohlefilter) sind nicht geplant.
Nach eigenen Messungen der Vattenfall Europe AG werden dann jährlich 280 kg hochgiftiges Quecksilber (0,7 g pro Tonne Müll) aus dem Kühlturm geblasen. Das ist das 500fache dessen, was eine moderne Müllverbrennungsanlage freisetzt. Geringe Mengen können schon zu ernsthaften Nervenschädigungen führen. Auch andere Schwermetalle, Dioxine und organische Verbindungen werden in erheblicher Menge freigesetzt und regnen nach eigenen Gutachten der Vattenfall Europe AG besonders auf die ohnehin schon belasteten Gemeinden Jänschwalde, Radewiese und Heinersbrück im Osten des Kraftwerkes nieder. "Damit ist das Kraftwerk eine der größten Dreckschleudern Deutschlands. Dies geht wieder mal nur auf Kosten der Anwohner und der Umwelt", so Burkhard Voß, Vorsitzender des BUND Brandenburg.
Der BUND fordert daher für das Kraftwerk Jänschwalde eine moderne Abgasreinigung. Der BUND appelliert an die Bürger - insbesondere im Umfeld des Kraftwerkes - selbst Einwendungen zu erheben (Ende der Einwendefrist beim Landesumweltamt Cottbus, Am Nordrand 45, 03044 Cottbus ist der 1. Juni 2004) und sich zahlreich am öffentlichen Erörterungstermin am 30.6.04 ab 10 Uhr im Rathaus Peitz zu beteiligen.