11. Juni 2004

Gründung des "Aktionsbündnisses Gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg"

Ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Umweltschutz, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Wissenschaft, Unternehmen und Kirchen ist sich einig: Eine Landwirtschaft ohne Gentechnik bringt für die Region Berlin - Brandenburg einen hohen Nutzen!

Über dreißig Organisationen und Einzelpersonen setzen sich im "Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg" dafür ein, dass sich die Region als eine etabliert, die ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere Lebensmittel in hoher Qualität produziert. Grund dafür sind die hohen Ungewissheiten und Risiken, die mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verbunden sind, bei gleichzeitig ausbleibendem Nutzen.

"Die Versprechen der Agrar-Unternehmen von niedrigerem Pestizideinsatz und höheren Erträgen sind nicht eingetreten," so Nora Mannhardt, Gentechnik-Expertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Das Gegenteil ist der Fall: es muss mehr gespritzt werden und die Erträge steigen nicht. Gleichzeitig entstehen gegen Spritzmittel resistente Pflanzen und Insekten, die sich weiter ausbreiten - die Folgen sind nicht abzuschätzen."

"Für alle landwirtschaftlichen Betriebe in Berlin und Brandenburg - ob konventionell oder biologisch wirtschaftende - bedeutet die Agrar-Gentechnik eine noch höhere Abhängigkeit von großen Saatgutunternehmen", so Barbara Rasche, Bioland Berlin - Brandenburg. "Außerdem ist noch nicht geklärt, wer bei Verunreinigungen von gentechnichfreiem Saatgut und Ernte eigentlich für die Schäden aufkommt."

Auf der Gründungskonferenz am 11. Juni 2004 in Potsdam wurde von den Teilnehmenden deutlich gemacht, dass es Alternativen zur Gentechnik gibt, die einen weitaus höheren Nutzen für die Verbraucher/innen, Landwirte und die Umwelt haben.

Jakob Ganten, Demeter Brandenburg: "Sicher ist der biologische Landbau aus meiner Sicht die beste Alternative: Er schont die Umwelt, sichert die Existenz von bäuerlichen Familienbetrieben und damit die Unabhängigkeit der Landwirte sowie Arbeitsplätze. Aber auch eine gentechnikfreie konventionelle Landwirtschaft, die Rücksicht auf die Umwelt nimmt und mittelständische Betriebe erhält, kann ich unterstützen."

Das Aktionsbündnis fordert:

1. Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg sollen sich dafür einzusetzen, dass Berlin-Brandenburg eine Region ohne den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft wird und dauerhaft bleibt. Um dies zu erreichen sollen gentechnikfreie Regionen unterstützt werden.

2. Der Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft soll Vorrang vor einer Landwirtschaft haben, die Gentechnik einsetzt. Die bisher vorgeschlagenen Regelungen im Gentechnik-Gesetz sind nicht ausreichend.

3. Das Saatgut muss gentechnikfrei bleiben (Grenzwert: 0,1% / Nachweisgrenze).

4. Die Kennzeichnung muss auf tierische Produkte (Milch, Milchprodukte, Eier, Fleisch) ausgedehnt werden, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Futtermittel erzeugt werden. Die Kennzeichnung muss klar erkennbar auf der Vorderseite der Produkte angebracht werden.

Das nächste Treffen des Bündnisses ist für 1. Juli 2004, 18.00 Uhr geplant. Ort: BUND Landesgeschäftsstelle, Friedrich - Ebert - Str. 114 A, 14467 Potsdam.

Kontakt:

BUND Brandenburg, Katja Vaupel, Birgit Peuker, Tel.: 0331 - 237 00 142/-141

Barbara Rasche, Bioland Berlin-Brandenburg, Tel.: 030-28 48 23 02

Jakob Ganten, Demeter Brandenburg, Tel.: 033432 - 722 14

 




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