BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


16. März 2004

Agrar-Gentechnik: Kein Nutzen - viele Risiken

Die Veranstaltung "Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln" von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Brandenburg und der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg hat gezeigt, dass der fragliche Nutzen der Agrar-Gentechnik in keinem Verhältnis zu den Risiken stehen.

Am Montag, 15. März 04, bot der Alte Gutshof in Strausberg Platz für Vortrag und Diskussion mit Wolfgang von Papp (Greenpeace), Birgit Peuker (BUND) und Katja Vaupel BUND). Thema war die Agrar-Gentechnik, die Gentechnik in der Landwirtschaft und damit in unseren Lebensmitteln. Bisher beschränkt sich der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland auf Versuchsfelder. In nächster Zeit soll es aber möglich sein, gentechnisch veränderte Pflanzen großflächig anzubauen. Dann würden auch unsere Nahrungsmittel zunehmend gentechnisch verändert sein. Dies lehnen über 70% der Menschen jedoch ab. Grund dafür sind die großen Unsicherheiten und der fragliche Nutzen, die mit der Agrar-Gentechnik verbunden sind.

"Beispielsweise ist ungeklärt, wie die Existenz der gentechnikfreien Landwirtschaft - konventionelle oder biologische - gesichert werden soll", so Katja Vaupel, BUND Brandenburg. "Durch Auskreuzungen können sich gentechnisch veränderte Pflanzen im ganzen Ökosystem ausbreiten - und: dieser Schritt ist nicht mehr rückgängig zu machen." Gleichzeitg ist der Nutzen fraglich: "Die Hoffnungen auf eine verbesserte Produktqualität, weniger Spritzmittel oder höhere Erträge haben sich bisher nicht erfüllt", so Wolfgang von Papp, Greenpeace. "Die Stoffwechselprozesse der Zelle und das Zusammenspiel der Gene ist so komplex, dass die versprochenen Manipulationen mehr zufällig auftreten."

"Die Agrar-Gentechnik bringt weder für die Landwirte noch die Verbraucher einen Nutzen", so Birgit Peuker, BUND Brandenburg. "Stattdessen werden Gesundheitsrisiken, Artenschwund und Abhängigkeiten von Agrarmultis in Kauf genommen - den Nutzen haben allein die großen Biotechnologie Firmen, wie Monsanto, Bayer CropScience, Syngenta oder BASF."

Weitere Veranstaltungsorte: 22.4. Potsdam, 29.4. Frankfurt / Oder, 4.5. Templin, 6.5. Bad Freienwalde

Rückfragen bitte an: Katja Vaupel, BUND Brandenburg, Tel.: 0331 - 237 00 142

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/66/artikel/agrar-gentechnik-kein-nutzen-viele-risiken/