24. Februar 2004

K.O. - Schlag für Alleen

Umweltverbände beziehen Stellung zu den ,Empfehlungen zum Schutz vor Unfällen mit Aufprall auf Bäume (ESAB)"

Petra Probst, Alleenexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Brandenburg sagte im Vorfeld der Verbändeanhörung am 26.02.04 in Bonn: , Die ESAB verhängen das Todesurteil über Brandenburgs Alleen. Die noch rund 12.000 km Alleen des Landes werden verschwinden, weil ihre Erhaltung zwingend Nach- bzw. Neupflanzungen voraussetzt - dies wird aber durch die ESAB praktisch unmöglich gemacht."

"Alleen geben Brandenburg eine unverwechselbare Identität und locken damit Touristen an. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise hat man den Wert von Alleen für Ökosystem, Mensch und Tourismus erkannt: Dort werden seit kurzem wieder zahlreiche Alleebäume an bestehenden Straßen gepflanzt. Die Empfehlungen sollen jedoch genau dies verhindern."

"Alleen sind nicht schuld an Unfällen. Dabei spielen vielmehr überhöhte Geschwindigkeit, Nichtbeachtung schlechter Witterungsverhältnisse oder Trunkenheit am Steuer tragende Rollen - also vom Menschen zu beeinflussende Faktoren. Anstatt die Bäume zu vernichten, sollte lieber an Konzepten zur Verkehrserziehung und -kontrollen gearbeitet werden."

Jürgen Trittin und das Bundesumweltministerium werben in ihrer Kampagne "Deutsche Alleen - durch nichts zu ersetzen" um Sympathien für Alleen. Doch gute Absichten allein nützen nichts, wenn in der Praxis die Alleen langsam ausgedünnt und nicht nachgepflanzt werden. "Alleeumbau wäre eine gute Möglichkeit, das Kulturgut Allee zu erhalten und auch der Verkehrssicherheit langfristig Rechnung zu tragen. Dies wird jedoch durch die ESAB so erschwert, dass es fast nicht mehr möglich ist. Wenn die Alleen nicht erneuert werden können, werden sie verschwinden."

Fazit: Der BUND Brandenburg lehnt die ,Empfehlungen zum Schutz vor Unfällen mit Aufprall auf Bäume (ESAB)" aus folgenden Gründen ab:

- Die ESAB beachten die eigentlichen Ursachen von Unfällen wie Geschwindigkeitsübertretungen, risikobereites Fahren, Alkoholeinfluss etc. nicht ausreichend

- Die ESAB gefährden eins der wichtigsten Kulturgüter Brandenburgs, indem sie Nachpflanzungen an bestehenden Straßen so gut wie unmöglich machen.

- Die ESAB sind überflüssig und unnötig, da es bereits ausreichende Regelwerke zum Umgang mit Straßenbäumen gibt.




Ihre Spende hilft.

Suche