17. Juli 2003
BUND: Gifteinsatz gefährdet Landesvermögens
Der von CDU Abgeordneten verlangte Gifteinsatz gegen die Nonne wäre eine sinnlose Mehrbelastung des Landeshaushaltes und ein verantwortungsloser Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Landes Brandenburg. Darüber hinaus ist der Einsatz von Giften in den Biospärenreservaten generell verboten. Ein Einsatz von Giften würde den Schutzstatus des Biosphärenreservates gefährden. Einmal mehr beweist die CDU Brandenburg mit dieser Forderung umweltpolitische Kompetenzschwächen.
Der Einsatz von Giften gegen sogenannte Forstschadinsekten wie die Nonne, ist ein schwerer Eingriff in das Ökosystem. Nicht nur der sogenannte Schädling wird von den Pestiziden getroffen, sondern die gesamte Flora und Fauna des Waldes wird beeinträchtigt.
"Solange kein Umdenken in der Waldwirtschaft stattfindet, ist jeder Einsatz von Giften eine kurzsichtige Geldverschwendung." So Burkhard Voß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg. "Seit Jahrzehnten wird die Nonne mehr oder weniger erfolglos bekämpft, ohne dass die Ursache des Problems, nämlich die auf Monokulturen ausgerichtete Waldwirtschaft geändert wird." Die Forderung der CDU Abgeordneten ist deshalb ökologisch und ökonomisch widersinnig.
In den meisten anderen Bundesländern finden solche Einsätze seit Jahren aus wirtschaftlichen und Naturschutzgründen nicht mehr statt. Ein Schwerpunkt muss in der Umbauphase der Forsten zu Wäldern auf biologische Schutzmaßnahmen gelegt werden. Insbesondere dem Schutz und der Förderung insektenfressender Vögel, der Ameisen und waldbewohnender Fledermäuse kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Diese Arten werden durch ökologische, moderne Waldwirtschaft, die eine vielfähltige Waldstruktur schafft, gefördert. Bei der FSC-zertifizierten Waldwirtschaft ist der Einsatz von Insektiziden nicht notwendig, weil mit einem artenreicheren Wald gewirtschaftet wird, der ein stabileres Ökosystem darstellt. "Brandenburg muss die ökologische Forstwirtschaft einführen, zum Nutzen des Waldes und seiner Tier- und Pflanzenwelt und zur Freude des Finanzministers." So Burkhard Voß. "Aber auf dem Weg zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft steht Brandenburg leider erst am Beginn.
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