BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


26. August 2003

Statt Krisenmanagement - Langfristige Strategien

Trockenheit und Hochwasser der letzten Jahre zeigen: der Klimawandel betrifft auch Brandenburg und richtet große Schäden an. Klimaschutz und Wassermanagement müssen oberste Priorität erhalten und in einer Nachhaltigkeitsstrategie verknüpft werden.

Um 1,4°C wird in Brandenburg die mittlere Jahrestemperatur bis 2055 mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen, ermittelte das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Damit verbunden sind häufiger auftretende extreme Wetterlagen, die zu großen finanziellen Schäden führen: Auf 240 Mio. Euro beziffert der Landesbauernverbnad Brandenburg die Ernteverluste der Dürre allein in diesem Jahr. Dabei sind Folgeschäden, wie Existenz- und Arbeitsplatzverluste noch gar nicht berücksichtigt. Die steigenden Temperaturen werden gleichzeitig zu einer weiteren Abnahme der Niederschläge mit gravierenden Auswirkungenn für den Wasserhaushalt führen. Daran knüpfen sich eine Verringerung der landwirtschaftlichen Erträge, ein Sinken der Wasserstände in den Flüssen, ein Absinken des Grundwasserspiegels und Probleme bei der Wasserverfügbarkeit und Wasserqualität. Die noch häufig in Brandenburg anzutreffenden Niederungen, Moore und Luchgebiete könnten austrocknen.

"Sicher ist es in der jetzigen Situation richtig, ein Existenzsicherungsprogramm für betroffene landwirtschaftliche Betriebe aufzulegen", so Burkhard Voß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg. "Aber es darf nicht immer nur kurzfristiges Krisenmanagement betrieben werden. Die klimatischen Entwicklungen zeigen eindeutig, dass an anderen Stellen angesetzt werden muss, um diese Problem in den Griff zu bekommen."

In Zukunft müssen ein umfassendes Wassermanagement und eine massive Reduktion des CO2 Ausstoßes Hand in Hand gehen. "Nur so können wir die Folgen der Klimaveränderungen eindämmen und die Klimaerwärmung vermindern", so Voß. Ein zukunftsorientiertes Wassermanagement ist gekennzeichnet durch eine rationelle Wassernutzung und eine Erhöhung des Gebietswasserrückhaltes - z.B. durch Rückführung unangepasser Landnutzungen oder Beendigung der Trockenlegung von Feuchtgebieten über Drainagen. Aspekte des Hochwasserschutzes wie die Renaturierung von Flussläufen oder die Beseitigung der Zweckentfremdung von Retentionsräumen ergänzen diese Maßnahmen. Außerdem muss Brandenburg endlich einen deutlichen Beitrag zur Reduktion des CO2 Ausstoßes leisten. Das Gegenteil ist derzeit der Fall: seit 1998 steigen die CO2 Emissionen wieder an. Dies läuft sowohl den eigenen Zielen der Energiestrategie 2010, als auch bundesweiten und internationalen Klimaschutzzielen entgegen.

Der BUND fordert die Landesregierung auf, eine Nachhaltigkeitsstrategie zu verabschieden, um die verschiedenen Maßnahmen untereinander abzustimmen und zu koordinieren. Mit der Nachhaltigkeitsstrategie könnte ein erster Grundstein für eine zukunftsorientierte Entwicklung des Landes gelegt werden.

Rückfragen: 0331 - 237 00 141


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/68/artikel/statt-krisenmanagement-langfristige-strategien/