Die Braunkohleförderung und -verstromung beeinträchtigt nicht nur das Klima, sondern stellt durch die großflächigen Tagebaue auch einen gewaltigen Eingriff in die Natur und die Landschaft dar. Besonders der Wasserhaushalt wird stark geschädigt.
Damit die riesigen Braunkohlegruben nicht voll Wasser laufen, muss das Grundwasser beständig abgepumpt und abgeleitet werden (siehe auch die Seite über den Tagebau Welzow-Süd I). Diese sogenannten Sümpfungswässer sind in der Lausitz im hohen Maße mit Eisen und Sulfat belastet.
Die Ursache für dieses als "Braune Spree" bekannt gewordene Problem: Wenn das Pyritgestein in den Tagebaukippen mit Sauerstoff aus der Luft in Berührung kommt, bilden sich schwefelsaure Verbindungen und oxidierte Eisenverbindungen. Mit dem aufsteigenden Grundwasser lösen sich diese und führen zur Versauerung und Verockerung des Wassers. In den verschlammten Gewässern ist Leben für Tiere kaum möglich. Das Sulfat bedroht zudem die Trinkwassergewinnung aus der Spree bis nach Berlin. Jahrelang hieß es, nur die ehemaligen Tagebaue aus DDR-Zeiten sind schuld an der Verschmutzung, doch mittlerweile ist klar: die aktiven Braunkohlegruben sind für mehr als die Hälfte der Sulfatbelastung und für einen großen Teil der Eisenbelastung verantwortlich.
So wird beipielsweise das Natur- und Vogelschutzgebiet Bärenbrücker Teichgebiet schon seit Jahrzehnten mit ungereinigtem Grubenwasser auf dem bis Ende 2015 aktiven Tagebau Cottbus-Nord bewässert und wird durch die großen Mengen an Eisenschlamm stark beinträchtigt.
Auch rund um den aktiven Tagebau Welzow-Süd sind die Fließgewässer - die Steinitz und das Petershainer Fließ - massiv verschmutzt. Der BUND Brandenburg hat daher 2014 gemeinsam mit Greenpeace (unterstützt vom Bürgerbegehren Klimaschutz und dem NABU Brandenburg) Strafanzeige erstattet.
Einen guten Überblick über die Thematik der "Braunen Spree" bietet dieser Beitrag von RBB-klartext (1.4.2015):