Das Versprechen der Investoren, es würden durch die Schweinemastanlage in der Uckermark viele neue Arbeitsplätze entstehen, ist falsch:
- Die industrielle Massentierhaltung mit zig-tausenden Tieren pro Stall ist hochtechnisiert und mit nur wenigen Arbeitsplätzen verbunden. Die Anzahl der Mitarbeiter je Stall nimmt ab, je größer die Anlage ist. In einer Anlage mit 10.000 Tieren ist lediglich Arbeitsbedarf für max. 5 Personen (Quelle: Studie BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern).
- Arbeitsplätze werden durch industrielle Schweinemastanlagen selten geschaffen, weil oft bisherige, erfahrene Mitarbeiter in diesen neuen Schweinemastanlagen arbeiten.
- Im Vergleich zu Bio- oder Neulandbetrieben wurde der Arbeitsaufwand in der konventionellen Schweineproduktion mehr als halbiert.
Statt Arbeitsplätzen bringt die Anlage Belastungen: Sie verursacht Lärm durch die an- und abfahrenden LKW, sie stört durch den Geruch und eine Augenweide ist sie auch nicht gerade. Dies betrifft nicht nur die Menschen, die hier leben, sondern natürlich auch die Touristen, die hierher kommen. Die Leute wollen ein Wochenende oder sogar die Ferien hier verbringen und die Natur genießen. Eine Schweinemastanlage lockt da wohl niemandem besonders.
In der Tourismusbranche können noch viele weitere Arbeitsplätze entstehen, ohne Gesundheitsrisiko oder kaputte Böden. Es muss aber an der richtigen Stelle investiert werden.
Mit der Schweinemastanlage (SMA) wird sogar das Gegenteil in Kauf genommen. Die Naturschutzgebiete der Gegend werden gefährdet: Sowohl in den FFH Gebiete in der Nähe der Anlage "Kuhzer See/Jakobshagen" als auch im Bereich der geplanten Gülleausbringungsflächen "Charlottenhöhe", "Eulenberge", "Klaushagen", "Krohnhorst/Groß Fredenwalde", "Platkowsee/Netzowsee/Metzelthin", "Schwemmpfuhl" und "Stromgewässer" findet man viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten - ein Augenschmaus auch für die Touristen.
Durch die großen Mengen Gülle der SMA, die ausgebracht werden, wird sich auch der Nährstoffgehalt der Böden verändern. Dadurch wird es zu einer Änderung der Lebensbereiche im FFH Gebiet kommen und viele Arten werden verschwinden.
Anlagen wie die SMA wirken sich negativ auf den Tourismus aus. Sie werden in der Gastronomie, bei Reiseveranstaltern und im Hotelgewerbe Arbeitsplätze vernichten. Die 5 Arbeitsplätze der Anlage selbst können das nicht ausgleichen.
Wir müssen weg von der intensiven Landwirtschaft. Eine weniger intensive oder ökologische Landwirtschaft hat einen deutlich höheren Arbeitskräftebedarf, ist ökologisch verträglich, weniger risikoreich und fördert den Tourismus.
Die industrielle Schweineproduktion richtet auch volkswirtschaftliche Schäden in großem Ausmaß an: Die letzte Schweinepest - Epidemie hat Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Das Land Brandenburg hat allein in den letzten 10 Jahren für Schäden in der Landwirtschaft durch Schweinepest 5,6 Millionen Euro ausgegeben (Quelle: Internet MLUR).
Von Tourismus und extensiver Landwirtschaft profitieren die Menschen in Uckermark und nicht nur wenige Unternehmer/innen.