Nachteil: Lebensbedingungen der Tiere

In der Massentierhaltung kann die extrem schnelle Gewichtszunahme bei den Tieren zu Gelenkkrankheiten und -entzündungen führen. Oft leiden die Tiere zudem an Bewegungsstörungen, da ihre Knochen überhaupt nicht auf die schnelle Gewichtszunahme ausgelegt sind. Auch Schädigungen der inneren Organe bis hin zum Herzversagen sind keine Seltenheit.

Da die Grundbedürfnisse und Ruhephasen der Tiere bei dieser Haltungsform nahezu komplett unterdrückt werden, weisen sie oft Verhaltensstörungen auf. Desweiteren ist kein artgerechtes Sozialverhalten möglich, weshalb es zu gegenseitigen Aggressionen oder gar zum Kannibalismus kommt.

In Brandenburg werden hauptsächlich Schweine, Hühner und Enten gemästet. Daher möchten wir auf die Probleme bei diesen Tierarten im Folgenden konkreter eingehen.

 

Schweinemast

Bei der industriellen Schweinemast werden die Tiere ganzjährig in einstreulosen Ställen gehalten. Dabei sind bis zu 3 Mastdurchgänge pro Jahr üblich.

In der Regel erfolgt die Haltung auf Betonspaltenböden, welche zum einen Verletzungen der Klauen und Gelenksentzündungen verursachen. Zum anderen sind die Schweine auf diese Art und Weise ständig den Ammonik-Emissionen aus ihren eigenen Exkrementen ausgesetzt. Das ist nicht nur äußerst stressig für die Tiere, sondern greift auch deren Lungen an bzw. verursacht Magengeschwüre.

Zu den Grundbedürfnissen der Schweine zählen normalerweise Wühlen, Körperpflege, Erkundungsdrang, Nestbau und Ruhen in kleinen Gruppen. Bei der konventionellen Schweinemast ist all dies nicht möglich. Um Aggressionen vorzubeugen werden den Ferkeln in den ersten Lebenstagen die Schwänze abgekniffen und z.T. die Eckzähne abgeschliffen. Dies geschieht ebenso wie die Kastration der männlichen Ferkel ohne Betäubung.

Hühnermast

Hühner werden konventioneller Weise in fensterlosen, klimatisierten Hallen mit industriell aufbereitetem Kraftfutter mit hohem Energie- und Proteingehalt innerhalb von 30-35 Tagen auf ein Schlachtgewicht von 1,4 bis 1,6 kg gemästet. Da der Körperbau der Hühner nicht auf diese extrem schnelle Gewichtszunahme ausgelegt ist, liegen die Hühner teilweise tagelang auf durchfeuchteter Einstreu, was wiederum Verätzungen der Haut zur Folge hat. Hinzu kommt, dass sich bis zu 26 Hühner auf einem Quadratmeter drängen müssen, was einem Platzangebot pro Huhn von etwas mehr als einem DIN-A5-Blatt entspricht. Durch diesen Platz- und Bewegungsmangel leiden die Tiere oft unter Gelenksentzündungen.

Da die Hühner in Gruppen von mehr als 10.000 Tieren gehalten werden und ihre Grundbedürfnisse nicht ausleben können, leiden sie unter erheblichem Stress, der sich u.a. in Federpicken äußert. Zusammen mit der hohen Ammoniakbelastung führt dies dazu, dass bis zu 7 Prozent der Hühner vorzeitig verenden.

Entenmast

Wasser gehört zu den Grundbedürfnissen der Enten. In den meist fensterlosen riesigen Hallen der Großmastbetriebe besteht der einzige Kontakt zu Wasser jedoch über die Nippeltränken. Die Mast dauert 10 bis 12 Wochen und erfolgt teilweise ohne Einstreu, da beispielsweise Moschusenten ein sehr anfälliges Gefieder haben.

Neben den bisher genannten Problemen leiden Enten vor allem darunter, dass ihre Bürzeldrüse aufgrund des Wassermangels nicht ausreichend Sekret zum Einfetten des Gefieders produziert und das Gründeln in der Einstreu zur Verstopfung der Nasenlöcher führt.