Tiere der Moore in Brandenburg

Eine Vielzahl von Tierarten findet in den extremen Standorteigenschaften der Moore einen wertvollen Lebensraum. Einige von ihnen kommen nur in Mooren vor und sind entsprechend selten oder sogar vom Aussterben bedroht. Hier stellen wir einige typische Vertreter vor.

 

 

Großer Moorbläuling, Quelle: freenatureimages.eu, Photo by Arthur van Dijk

Großer Moorbläuling (Maculinea teleius)

 

Der Große Moorbläuling ist in Brandenburg nur noch in wenigen Moorflächen zu finden und folglich vom Aussterben bedroht. Ein Grund, wieso der Große Moorbläuling inzwischen selten geworden ist, sind seine speziellen Ansprüche an seine Lebensräume. Dieser Schmetterling legt seine Eier ausschließlich in die noch geschlossenen Blütenköpfe des Großen Wiesenknopfs. Diese Pflanze dient neben der Eiablage auch als Nahrungsressource. Pro Blütenkopf entwickelt sich nur eine Raupe, welche sich im vierten Larvenstadium auf den Erdboden fallen lässt. Die Raupen werden dann von Knotenameisen „adoptiert“ und in den Brutkammern der Ameisennester eingetragen, wo sie sich von der Ameisenbrut räuberisch ernähren. Nach der Verpuppung verlässt der azurblaue Tagfalter das Nest. Pro Ameisennest wird nur eine Raupe aufgezogen, so dass der Große Moorbläuling für den Erhalt einer stabilen Population ein dichtes Netz an Ameisennestern benötigt.

Hochmoor-Perlmutterfalter, Quelle: wikipedia.de, Photo by James K. Lindsey

Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris)

 

Der Hochmoor-Perlmutterfalter ist an das Vorhandensein von Hochmooren und sauren nährstoffarmen Zwischenmooren angewiesen, in denen die Eiablagepflanze Gewöhnliche Moosbeere wächst und die Raupen auch an dieser Pflanze fressen können. Darüber hinaus müssen die Falter nahe gelegene, blumenreiche Niedermoore aufsuchen, um Nektarpflanzen zu finden.

Hochmoor-Mosaikjungfer (Männchen), Quelle: wikipedia.de, Photo by Arnold Sennhauser

Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica)

 

Die Hochmoor-Mosaikjungfer gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 10,5 cm zu den größten Libellarten Mitteleuropas. Sie kommt primär an Hochmoorgewässern mit Torfmoos-Schwingrasen vor, in denen sie die Eier ablegt. Der Hinterleib der Männchen ist schwarz mit einer deutlichen meist gelblichen Zeichnung auf der Oberseite. Aufgrund dessen wird die Hochmoor-Mosaikjunfger häufig mit der Torf-Mosaikjungfer verwechselt.

Birkhahn, Quelle: wikipedia.de, Photo by Aconcagua

Birkhuhn (Tetrao tetrix)

 

Das Birkhuhn ist eines der auffälligsten Tiere der Moore und in Brandenburg vom Aussterben bedroht. Über dem Auge hat das Birkhuhn nackte rote Hautstellen, die beim Männchen während der Balz besonders auffällig und geschwollen sind. Sein lauter, kullernder Ruf sowie das Aufplustern und in die Höhe springen sind besondere Verhaltenskennzeichen der Balz.

Bekassine, Quelle: wikipedia.de, Photo by Marek Szczepanek

Bekassine (Gallinago gallinago)

 

Die Bekassine ist auf feuchtes, stocherfähiges Bodensubstrat zur Nahrungsaufnahme angewiesen. Mit dem langen biegsamen Schnabel kann dieser Schnepfenvogel Würmer und Insekten erfassen und aus dem Boden herausziehen. Die Bekassine brütet bevorzugt in Hochmooren. Beim Balzflug erzeugt die Bekassine mit den äußeren Schwanzfedern ein meckerndes Geräusch. Deshalb wird sie auch Himmelsziege genannt. Durch das gestreifte Federkleid ist sie unter den Sumpfgräser nur schwer zu erkennen.

Moorfroschpaar (Blaufärbung der Männchen), Quelle: wikipedia.de, Photo by Staffan Kyrk

Moorfrosch (Rana arvalis)

 

Der auf permanent nasse Biotope angewiesene Moorfrosch ist kaum vom wesentlich häufigeren Grasfrosch zu unterscheiden. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Blaufärbung der gesamten Oberseite einschließlich Extremitäten der Männchen während der Paarungszeit im Frühjahr. Wie der Grasfrosch zu den so genannten Braunfröschen gehörig, haben die Moorfrösche für die restliche Zeit des Jahres eine braune Grundfärbung.



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Familienwochenenden 2017

Alleskönner Moor

12.-14.05.17

27.-29.10.17

Flyer "Moore schützen!"

Den Flyer können Sie in der BUND-Landesgeschäftsstelle bestellen oder hier herunterladen (3,36 MB)

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