Die Mehlschwalbe (Hirundo urbica) ist ein Singvogel, der als Kulturfolger fast nur in menschlichen Siedlungen anzutreffen ist. Die Schwalbe gilt seit je her als Glücksbringer. Zu erkennen ist sie an dem flinken Flug und ihrem leisen zwitschernden Ruf. Durch die weiße Bauchseite und die kürzeren Flügel ist sie leicht vom größeren Mauersegler zu unterscheiden.
Die Mehlschwalbe ist ein Zugvogel, der sich nur von April bis Ende September bei uns aufhält und im südlichen Afrika überwintert. Mehlschwalben legen 2 bis 6 Eier, die von beiden Eltern ca. 14 Tage bebrütet werden. Die Jungen bleiben zwischen 19 und 23 Tage im Nest und werden nach dem Ausfliegen noch weiter gefüttert. Im Jahr sind zwei Bruten möglich. Sie ernähren sich von Insekten, die sie im Flug erbeuten. Zum Füttern kommen sie häufig mit kleinen Futterportionen zum Nest. Mehlschwalben brüten gern gesellig, oft auch in größeren Kolonien.
Die Gebäudebrüter nutzen Hauswände, an die sie ihr Nest aus Lehm bauen. Ideal sind raue helle Wände, an denen die Lehmnester gut haften. Sie legen es gut geschützt unter Dachüberständen, in Fensternischen oder auf Balkonen, oft im Knick des Entwässerungsrohres, an. Die napfförmigen Nester haben am oberen Rand eine schmale Einschlupföffnung. Mehlschwalben nutzen ihr Nest, das sie bei Bedarf ausbessern, jedes Jahr wieder. Aber auch Nachnutzer wie Meisen, Haussperling oder der Hausrotschwanz nutzen gern Schwalbennester zum Brüten.
Ein Grund des Rückgangs der Schwalben liegt darin, dass sie in den aufgeräumten Städten und Dörfern immer seltener offene lehmige Stellen finden, von denen sie Nistmaterial einsammeln können. Ein weiteres Problem ist, dass die Nester oft von Hausbesitzern abgeschlagen werden, da sie die Wände durch ihren Kot beschmutzen. Dagegen ist jedoch leicht Abhilfe zu schaffen, indem ein Brett ca. 20 bis 30 cm unter den Nestern montiert wird, sodass die Fassade sauber bleibt. Für Schwalben gibt es künstliche Nester, die als Ersatz angebracht werden können, wenn Nester im Zuge von Baumaßnahmen entfernt werden müssen. Da Schwalben in Kolonien nisten, sollten möglichst mehrere Kunstnester angebracht werden.
Das Abschlagen von Schwalbennestern ist auch außerhalb der Brutzeit ein Verstoß gegen den gesetzlichen Artenschutz, der mit Bußgeldern bis zu 50.000 € geahndet werden kann. Daher ist für die Entfernung der Nester zur Fassadendämmung außerhalb der Brutzeit eine Ausnahmegenehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde einzuholen.
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