Die Anforderungen des BUND Brandenburg an einen Wolfsmanagementplan für Brandenburg sind:
Positionspapier des BUND Brandenburg
Grundsatz
Der Wolf besiedelt nach über hundertjähriger Abwesenheit altes Territorium neu. Dies wird vom BUND begrüßt. Dass dies nicht ohne Konflikte stattfindet wird, haben die letzten beiden Jahre in Brandenburg bereits bewiesen. Der BUND glaubt, dass diese Konflikte lösbar sind, wenn alle Betroffenen konstruktiv zusammenarbeiten. Der Wolfsmanagementplan dient dazu, ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf im Land Brandenburg zu gewährleisten. Dies geschieht auf der Grundlage der bestehenden Gesetze und wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Schutz
Der Wolf steht unter dem Schutz internationaler, europäischer und nationaler Arten- und Naturschutzgesetze. Eine zusätzliche Aufnahme ins Jagdgesetz ist daher abzulehnen.
Tierhaltung
Die Ängsten und Sorgen der gewerblichen Nutztierhalter und Hobbytierhalter sind ernst zu nehmen. Sie müssen bei der Umstellung und Anpassung ihrer Tierhaltung an die neuen Bedingungen unterstützt und beraten werden. Die gewerblichen Nutztierhalter und Hobbytierhalter sind hingegen ebenso verpflichtet die Umstellung und Anpassung ihrer Tierhaltung schnellst möglich durchzuführen.
Schadensausgleich
Das Land Brandenburg erstellt verbindliche Regelungen für den Ausgleich von Schäden bei gewerblichen Nutztierhaltern und Hobbytierhaltern. Der Schadensausgleich hat zeitnah und für die Betroffenen transparent zu erfolgen.
Prävention
Das Land Brandenburg unterstützt gewerbliche Nutztierhalter und Hobbytierhalter mit finanziellen Mitteln bei der Prävention zur Vermeidung von Schäden.
Monitoring
Das Land Brandenburg sorgt für ein landesweites und dauerhaftes Monitoring wie in der FFH-Richtlinie verbindlich festgelegt. Die gewonnen Daten sind öffentlich zu machen. In Gebieten mit territorialen Tieren, Paaren oder Rudel sind die Bevölkerung - und hier speziell die gewerblichen Nutztierhalter und Hobbytierhalter - umgehend zu informieren und eine weitergehende Betreuung (Beratung, Öffentlichkeitsarbeit etc.) ist zu gewährleisten.
Öffentlichkeitsarbeit
Eine vorausschauende und an Fakten orientierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist von allen Mitgliedern des Wolfsmanagements zu gewährleisten.
Zusammenarbeit national/international
Da der Wolf sich weder an Landes- noch an Staatsgrenzen hält, ist es dringend erforderlich grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Hierfür wäre ein Wolfsmanagementplan für die gesamte Bundesrepublik dringend vonnöten. Darüber hinaus muss ein enger Kontakt mit Behörden und Institutionen in Polen gesucht, bzw. ausgebaut werden.
Populationgröße / wolfsfreie Gebiete
Zu einem derart frühen Zeitpunkt der Rückeinwanderung des Wolfes in Deutschland und Brandenburg ist eine Festsetzung einer Populationsgröße nicht möglich. Gebiete die „wolfsfreie“ gehalten werden sollen sind abzulehnen.
„Problemtiere“
Die Einstufung von sogenannten „Problemtieren“ steht nur Fachleuten zu. Dabei handelt es sich um Wölfe die dem Menschen gefährlich werden können. Eine erhöhte Anzahl von Nutztierrissen macht aus einem Wolf noch kein „Problemtier“. Grundsätzlich sind zur Abwendung derartiger Schäden die vorhandenen Möglichkeiten der Prävention und Vergrämung ausreichend.